Dieser Bericht basiert auf meinen persönlichen Erfahrungen und Learnings. Ich bin kein Finanzberater. Investiere verantwortungsbewusst und informiere dich eigenständig über Risiken.
Du möchtest deine Finanzen endlich automatisch regeln, Ordnung schaffen und nie wieder den Überblick verlieren? Dann könnte dich das 3-Konten Modell vielleicht interessieren. Bevor du jedoch mit dem System loslegst, solltest du zuerst ein stabiles Fundament bauen. Alles beginnt damit, dass du dir volle Klarheit darüber verschaffst, was jeden Monat mit deinem Geld passiert.
Nimm dir Zeit für eine Bestandsaufnahme deiner regelmässigen Ausgaben. Erstelle ein Budget, in dem du deine Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellst. Nur wenn du weisst, welche Beträge für deine Miete, die Krankenkasse, deine Abos und Versicherungen anfallen, kannst du den Rest deines Geldes sinnvoll automatisieren. Vergiss dabei nicht den Fixkosten-Check für jährlich anfallende Kosten wie Steuern, Versicherungen oder dein ÖV-Abo. Wenn du diese Beträge anteilig auf den Monat einplanst, wird dich keine Rechnung mehr überraschen.
Konto 1: Das Herzstück (Alltagskonto). Dein erstes Konto ist das Herzstück und deine persönliche "Verteilerstation". Hier fliesst dein Lohn oder sonstige Einnahmen ein. Von diesem Alltagskonto gehen alle deine Fixkosten wie Miete oder Krankenkasse bequem per Dauerauftrag ab. Für solche Automatisierungen bieten dir moderne Apps wie Yuh ideale Funktionen an. Was nach der Verteilung auf deine anderen Konten übrig bleibt, ist dein frei verfügbares Budget. Das ist das Geld, das du im Monat ohne schlechtes Gewissen für deine Freizeit ausgeben kannst.
Konto 2: Das Sparkonto (Dein Notgroschen). Dein zweites Konto ist ausschliesslich für deinen Notgroschen reserviert. Direkt nach dem Lohneingang überweist du einen Teil deines Einkommens auf dieses Sparkonto, um ein Sicherheitsnetz für Unvorhergesehenes aufzubauen. Der Notgroschen wird nur in Notfällen angefasst und sollte daher in kurzer Zeit zur Verfügung stehen, wenn du ihn brauchst.
Konto 3: Das Investmentkonto (Depot). Sobald dein Notgroschen auf dem zweiten Konto dein persönliches Ziel-Level erreicht hat, kommt dein drittes Konto ins Spiel: das Investmentkonto. Ab diesem Zeitpunkt fliesst dein Sparanteil direkt in dein Depot. Hier legst du dein Geld langfristig in ETFs oder Aktien an und sorgst dafür, dass dein Geld für deine Zukunft arbeitet.
Das 3-Konten-Modell funktioniert dann am besten, wenn du genau weisst, wie gross dein Notgroschen sein soll. Pauschale Regeln wie „drei bis sechs Monatslöhne“ klingen in der Theorie gut, sind aber oft zu unspezifisch für deine tatsächliche Lebensrealität. Dein Ziel sollte es sein, einen Betrag festzulegen, der exakt zu deinem Lebensstil und deinem Sicherheitsbedürfnis passt.
Ich persönlich habe mich für einen Notgroschen in der Höhe von zirka fünf Monatslöhnen entschieden. Dieses Geld liegt jedoch nicht brach auf einem unverzinsten Konto. Um der Inflation immerhin etwas entgegenzuwirken, parke ich diesen Betrag auf einem verzinsten Sparkonto. So bleibt die Kaufkraft besser erhalten, während das Geld jederzeit für Notfälle griffbereit ist.
Level 1: Die Existenzsicherung für einen Monat. Dieses erste Level ist deine absolute Basis. In der Schweiz fängt dich die Arbeitslosenversicherung bei einem Jobverlust zwar auf, doch es gibt sogenannte Wartetage, die schnell einem ganzen Monat ohne Einkommen entsprechen können. Das Ziel ist, die Miete, die Krankenkasse und alle Fixkosten für genau diesen ersten Monat gedeckt zu haben.
Level 2: Die Freiheit zur Selbstkündigung. Dieses Polster, oft auch als „I don't care Money“ bezeichnet, umfasst drei Monate deiner Fixkosten. Es kommt dann zum Einsatz, wenn du dich entscheidest, von dir aus zu kündigen und dadurch viel mehr Einstelltage in Kauf zu nehmen.
Level 3: Das Worst-Case-Szenario. Hier schaust du dir die teuersten Ereignisse an, die dich individuell treffen könnten. Klassische Beispiele in der Schweiz sind beispielsweise das Gesundheitssystem (höchste Franchise und maximaler Selbstbehalt) oder wenn du ein Auto ohne Vollkaskoversicherung besitzt, solltest du den Preis für ein Ersatzfahrzeug einplanen.
Level 4: Das Wohlfühl-Maximum. Ab diesem Level zählt nur noch dein persönliches Sicherheitsgefühl. Das Ziel ist ein Betrag, der dich nachts ruhig schlafen lässt, egal was passiert. Ob das nun fünf Monatslöhne sind oder ein Polster für ein Sabbatical – hier definierst du deine eigene Freiheit. Wichtig ist dabei, dass du dieses Geld clever parkierst, um es vor der Inflation zu schützen, es aber gleichzeitig liquide hältst, damit es im Ernstfall sofort für dich verfügbar bleibt.